Bei der Abrechnung des Schadens stehen dem Geschädigten zwei Möglichkeiten offen:

  • er kann den Schaden konkret auf Basis der Reparaturrechnung abrechnen

  • er kann den Schaden fiktiv auf Basis des Gutachtens abrechnen

Der Geschädigte darf das Farhrzeug reparieren lassen, die gegnerische Versicherung muss dies bezahlen. Allerdings ist hier zunächst eine Weichenstellung erforderlich; es darf nämlich kein wirtschaftlicher Totalschaden gegeben sein. Ist ein Totalschaden gegeben, kann das Fahrzeug nicht mehr repariert werden.

Zu unterscheiden ist der wirtschaftliche vom technischen Totalschaden. Ein technischer Totalschaden liegt dann vor, wenn die Reparatur des Fahrzeuges entweder nicht möglich oder mit einem nicht mehr zu vertretenden Aufwand verbunden ist.

Wann ist ein sogenannter wirtschaftlicher Totalschaden gegeben?

Von größerem Interesse ist der sogenannte wirtschaftliche Totalschaden: Dieser ist dann gegeben, wenn die Reparaturkosten über dem Wiederbeschaffungswert liegen.

Darf ich mein Fahrzeug trotz des wirtschaftlichen Totalschadens reparieren?

Ja, wenn die Reparaturkosten nicht 130 % des Wiederbeschaffungswertes übersteigen.

Ein Beispiel: Der Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges liegt bei 10.000,00 €, die Kosten für die Reparatur bei 12.000,00 €. Zwar wäre es wirtschaftlich sinnvoller, das Fahrzeug zu verkaufen und sich für 10.000 ein neues Fahrzeug anzuschaffen; allerdings räumt die Rechtsprechung diesen „Bonus“ dem Geschädigten ein, da die Reparaturkosten „nur“ bei 120 % des Wiederbeschaffunfswertes (aklso 10.000,00 €) liegen..

Würde die Reparatur 14.000,00 € kosten, sind auch die Gerichte der Meinung, dass der Geschädigte sich dann ein neues Fahrzeug (zum Preis von 10.000,00 €) anschaffen muss.

Wichtig: Nicht möglich ist leider, dass der Geschädigte die Reparatur bis zu den 130 % vom Wiederbeschaffungswert (also um das Beispiel noch einmal aufzugreifen 13.000,00 ) von der Versicherung ersetzt bekommt und den darüber hinausgehenden Betrag (also etwa die 1.000,00 €selbst noch an die Werkstatt zahlt.

In diesem Fall ist nur eine Abrechnung auf Totalschadensbasis möglich.

In welcher Werkstatt darf ich das Fahrzeug reparieren lassen?

Erhebliche Unterscheide gibt es bei der Wahl der Werkstatt: Einerseits die markengebundene Werkstatt, andererseits die freie Werkstatt; bei den Stundensätzen gibt es erhebliche Unterschiede, wobei hier Unterschiede von 50,00 € keine Seltenheit sind.

Die gegnerische Versicherung versucht Sie daher von Anfang an in ihre „billige“ Werkstatt zu locken, wobei diese teilweise Probleme mit der Qualität haben und somit mit Vorsicht zu betrachten sind. Grundsätzlich hat der Geschädigte Anspruch auf Reparatur durch eine Werkstatt seiner Wahl. Wenn Sie den Schaden reparieren lassen möchten, dürfen Sie selbst entscheiden, in welcher Werkstatt dies geschehn solll.

Ausdrücklich raten wir davon ab, das Fahrzeug in einer „Partnerwerkstatt“ der Versicherungen reparieren zu lassen; denn jene müssen zu Sonderkonditionen arbeiten, sodass häufig eine billige und nicht fachgerechte Reparatur durchgeführt wird.

Was passiert, wenn die Reparatur teurer wird?

Das Prognoserisiko geht grundsätzlich zulasten des Schädigers. Nach ständiger höchstrichterlicher Rechtsprechung hat der Schädiger danach die Aufwendungen zu ersetzen, die ein verständiger, wirtschaftlich denkender Mensch in der Lage des Geschädigten für zweckmäßig und notwendig halten durfte (vgl. BGHZ 155, 1 = NJW 2003, 2086, BGHZ 160, 377 = NJW 2005, 51; vgl. weiter auch BGH, Urt. v 29.10.1974 – VI ZR 42/73); dies bedeutet, dass wenn sich herausstellt, dass mehr beschädigt wurde, auch dies die gegnerische Versicherung zu tragen hat.

Was ist in der Zeit, in der ich kein Fahrzeug habe?

In dieser Zeit haben Sie Anspruch auf einen Mietwagen, der der Fahrzeugklasse Ihres Wagens entspricht. Sie können sich aber auch die Zeit, in der Sie das Fahrzeug wegen der Reparatur nicht nutzen können, „auszahlen“ lassen. Das bedeutet, dass Sie als Entschädigung pro Tag den üblichen Ausfall bekommen; dieser berechnet sich nach den Mietwagenkosten. Kostet der Nutzungsausfall Ihres Fahrzeuges pro Tag also 50,00 € und dauert die Reparatur 5 Tage, stehen Ihnen 250,00 € zu.

Was passiert, wenn die Reparatur länger dauert?

Auch die Kürzung des Nutzungsausfalles kann nicht vorgenommen werden: Der Geschädigte hat grundsätzlich für die gesamte Dauer, in der er sein Fahrzeug unfallbedingt nicht nutzen kann, einen Anspruch auf Nutzungsausfallentschädigung. Dies entspricht der ständigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und ist gewohnheitsrechtlich anerkannt. Das Risiko einer längeren Reparaturdauer trägt grundsätzlich der Schädiger, also letztlich die gegnerische Versicherung.

Was sollte ich nach einem Unfall noch beachten?

Ist der Unfall passiert, stellen sich für den Geschädigten zahlreiche Fragen. Wir raten dringend davon ab, zu versuchen, den Schaden selbst bei der gegnerischen Versicherung zu regulieren. Die gegnerische Versicherung immer versuchen wird, Ihnen in jeglicher Hinsicht Probleme zu bereiten; dies, auch wenn die Versicherung am Anfang sehr freundlich erscheinen mag. Unsere Erfahrungen zeigen, dass durch eigene Regulierungsversuche Geschädigte auf einem hohen Schaden sitzen geblieben sind, die Versicherung überhaupt nicht leistet oder nur sehr schleppend (nach mehreren Monaten) bezahlt. 

 

Lassen Sie die erfahrenen und spezialisierten Rechtsanwälte von UNFALLASSISTENT24 den Schaden für Sie regulieren – kostenfrei, denn bein Unfall ohne eigene Schuld (bzw. nur mit eigener Teilschuld) muss die gegnerische Versicherung auch diese Kosten übernehmen. 

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